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Tumulte nach Prodis Erklärung zu Telecom Italia

Donnerstag, 28. September 2006 / 19:44 Uhr

Rom - Eine Erklärung des italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi zu den Umbauplänen der Telecom Italia hat im Parlament in Rom zu tumultartigen Szenen geführt.

Prodi sprach sich gegen eine Veräusserung der Mobilfunktochter TIM aus.

In seiner Rede bestritt Prodi, von dem Strategiewechsel des Telekom- Konzerns gewusst zu haben. Der vor zwei Wochen zurückgetretene Telecom-Chef Marco Tronchetti Provera habe ihn nicht über die Pläne informiert, die Festnetz- und Mobilfunksparte trennen und das Unternehmen in einen Medienkonzern umwandeln zu wollen, erklärte Prodi.

«Ein Konzern ist nicht verpflichtet, die Regierung über seine Pläne zu informieren», sagte er. Jedoch könne die Regierung bei allem Respekt für die Autonomie eines Unternehmens dessen Schicksal nicht gleichgültig gegenüberstehen.

Wiederholte Störungen

Prodi musste seine Stellungnahme wegen wiederholter Störungen durch oppositionelle Abgeordneten unterbrechen. Mehrere Aufrufe zur Ruhe des Ratspräsidentes, Fausto Bertinotti, verhallten zunächst ungehört.

Nachdem Prodi acht Mal erfolglos versucht hatte, das Wort zu ergreifen, unterbrach Bertinotti die Sitzung und rief die Fraktionschefs zu einem Treffen zusammen. Erst nach einer Dreiviertelstunde konnte Prodi das Wort ergreifen.

Kein Eingreifen in den Markt

In den vergangenen Wochen waren Gerüchte aufgekommen, wonach Telecom Italia zum Abbau seiner enormen Schulden die Mobilfunktochter TIM ins Ausland verkaufen wolle.

Prodi sprach sich gegen eine Veräusserung aus. Jedoch dementierte er, dass die Regierung mit ihrem Eingreifen den freien Markt einschränke.

(ht/sda)


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