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Swisscom kauft Mobile-Sparte zurück

Dienstag, 19. Dezember 2006 / 08:27 Uhr
aktualisiert: 10:20 Uhr

Bern - Die Swisscom kauft den 25-Prozent-Anteil von Vodafone an Swisscom Mobile zum Preis von 4,25 Mrd. Fr. zurück. Damit geht die Mobilfunksparte wieder vollständig in den Besitz des grössten Schweizer Telefonkonzerns über.

Swisscom verspricht sich von der Transaktion erhöhte Ausschüttungen zu Gunsten der Aktionäre.

«Es war attraktiv für die Swisscom, die Transaktion noch in diesem Jahr durchzuführen», sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz.

Dadurch könne die Swisscom Dividendenzahlungen in Höhe von rund 300 Mio. Fr. für 2006 vermeiden, die sie sonst aus dem Gewinn der Mobilfunksparte an Vodafone hätte zahlen müssen.

Finanzierung über Schulden

Zudem könne die Swisscom, die den Kaufpreis von 4,25 Mrd. Fr. vollständig über Schulden finanzieren wolle, die Fremdmittel noch zu tieferen Zinsen aufnehmen. Denn nach Schloters Einschätzung dürften die Zinsen weiter steigen.

Überdies sei die Swisscom viel flexibler bei der Gestaltung von konvergenten Produkten, die Festnetz, Handy, Internet und Fernsehen miteinander verbinden.

Vodafone holt damit weniger Geld aus dem Verkauf, als es einst ausgegeben hatte. Die Briten hatten im März 2001 die 25 Prozent an Swisscom Mobile für 4,5 Mrd. Fr. erworben.

Vertrag regelt Zusammenarbeit

Die erfolgreiche Partnerschaft von Swisscom und dem britischen Mobilfunkriesen werde auch nach dem Rückkauf weitergeführt. Dazu hätten beide Konzerne einen Kooperationsvertrag geschlossen, der den bisherigen Vereinbarungen entspreche. Die Swisscom werde Lizenzgebühren an Vodafone entrichten, die mit dem derzeitigen Niveau vergleichbar seien.

Der Vertrag habe eine Laufzeit von fünf Jahren und eine Option zur Verlängerung um jeweils zwei Jahre. Damit wird die Swisscom auch künftig von den günstigeren Einkaufskonditionen profitieren und Zugang zu den Vodafone-Produkten erhalten. Das Handyportal «Vodafone live» und Vodafone World fürs Telefonieren im Ausland würden unverändert angeboten.

Auch die Aktionäre der Swisscom können sich freuen. Weil der Konzern für 2006 keine Dividende mehr an Vodafone zahlt, dürfte nach Abzug der Zinskosten für die Schulden der Reingewinn ab 2007 um 180 Mio. Fr. jährlich steigen. Die Swisscom werde ihre Ausschüttungspolitik unverändert weiterführen.

(bert/sda)