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Swisscom-Aktie nach Ergebnis unter Druck

Mittwoch, 9. August 2006 / 14:25 Uhr
aktualisiert: 17:10 Uhr

Bern - Die Swisscom hat im ersten Halbjahr 2006 einen Gewinneinbruch von einem Drittel hinnehmen müssen.

Schloter zeigte sich nicht zufrieden.

Der Rückschlag war grösser als erwartet. Analysten und Anleger reagierten enttäuscht. Die Aktie ging auf Talfahrt. Der Reingewinn sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent auf 759 Mio. Fr. geschrumpft, gab die Swisscom bekannt. Der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sackte um 17,5 Prozent auf 1,814 Mrd. Fr. ab. Der Umsatz ging um 2,8 Prozent auf 4,773 Mrd. Fr. zurück.

Damit hat die Swisscom weniger verdient als erwartet. Analysten hatten im Schnitt gemäss der Nachrichtenagentur Reuters mit einem Reingewinn von 827 Mio. Fr. und einem EBITDA von 1,942 Mrd. Fr. gerechnet. Der Abschluss sei enttäuschend, urteilte die Finanzgemeinde. An der Börse sank die Aktie um 3 Prozent auf 399 Franken.

«Mehr Schatten als Licht»

«Dieser Abschluss zeigt mehr Schatten als Licht, und wir können eigentlich nicht zufrieden sein. Das Kerngeschäft läuft in den wichtigsten Segmenten Festnetz und Mobile zwar stabil, aber einige Ergebnisse schlagen negativ zu Buche», sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz.

Der Rückgang des Betriebsergebnisses (EBITDA) um 385 Mio. Fr. habe im wesentlichen drei Gründe, so Schloter. Einen Grossteil macht die zusätzliche Rückstellung von 180 Mio. Fr. wegen des Rechtsstreits um die so genannten Interkonnektionsgebühren aus. Das Bundesgericht hatte im Frühling einen Entscheid der Eidg. Kommunikationskommission (ComCom) vom Juni 2005 weitgehend gestützt. Die ComCom war damals zum Schluss gekommen, dass die Swisscom für die Weiterleitung von Telefonanrufen auf ihr Festnetz von den Konkurrenten zu viel kassiert habe.

Einbruch bei IT-Services

Während die negativen Auswirkungen des Rechtsstreits und der Mobilfunkpreise erwartet wurden, kam der Einbruch bei der Sparte IT Services völlig überraschend. Dort rutschte das Betriebsergebnis um 94 Mio. Fr. ab.

Umsatz unter den Erwartungen

Der Umsatz der Swisscom ging gesamthaft um 2,8 Prozent auf 4,773 Mrd. Fr. zurück. Diese Zahl lag nur leicht unter den Erwartungen der Finanzgemeinde von durchschnittlich 4,779 Mrd. Franken.

Für das Gesamtjahr 2006 hält die Swisscom an einem Umsatzziel von 9,5 Mrd. Fr. fest. Der EBITDA dürfte allerdings tiefer ausfallen als bisher von der Swisscom angepeilt. Neu rechnet der Konzern mit einem Betriebsergebnis von 3,7 Mrd. Fr. statt bislang 4 Mrd. Franken.

(ht/sda)