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Sunrise baut 145 Stellen ab

Mittwoch, 17. Mai 2006 / 12:09 Uhr
aktualisiert: 13:47 Uhr

Zürich - Die schlechten Geschäftsergebnisse von Sunrise schlagen auf das Personal durch: Die zweitgrösste Telekomfirma der Schweiz baut 145 der 2524 Stellen ab, um die Kosten zu senken. Es ist der erste Stellenabbau seit der Fusion von Diax und Sunrise vor fünf Jahren.

Für die entlassenen Mitarbeiter wurde ein Sozialplan ausgearbeitet.

Die Stellenstreichung werde über alternative Arbeitszeitmodelle, frühzeitige Pensionierungen und über Freistellungen mit Wiedereingliederungsmassnahmen vollzogen. Aus diesem Grunde könne sie die Zahl der Entlassungen noch nicht beziffern, sagte Sunrise- Sprecherin Muriel Mathis auf Anfrage.

Grund für den Arbeitsplatzabbau ist der harte Wettbewerb. Der Einstieg von Migros und Coop in den Mobilfunkmarkt im vergangenen Jahr hatte einen Preissturz ausgelöst, der die satten Margen in der Handytelefonie unter Druck brachte.

Sunrise im Hintertreffen

Sunrise hatte im vergangenen Jahr zwar 77 000 neue Mobilfunkkunden gewonnen, der Marktanteil war aber laut Eidg. Kommunikationskommission von 21,3 auf 18,6 Prozent geschrumpft. Orange und vor allem die Swisscom konnten deutlich mehr neue Mobilfunkkunden anlocken. Und im Festnetz musste Sunrise einen Aderlass beim Kundenbestand von 8 Prozent hinnehmen.

Der Preiskampf schlug auf die Geschäftsergebnisse durch. Im ersten Quartal brach der Reingewinn um 26,3 Prozent auf 42 Mio. Fr. ein. Der Konzernumsatz schrumpfte um 2,5 Prozent auf 476 Mio. Franken.

Sozialplan mit Chancen

Die Gewerkschaft Kommunikation bedauert den Stellenabbau. Der mit Sunrise abgeschlossene Sozialplan biete den Betroffenen aber «echte Chancen auf eine rasche neue berufliche Perspektive», während sie vorübergehend beim Unternehmen angestellt blieben.

Mit dem Stellenabbau steht Sunrise nicht alleine da. Orange kündigte Ende Januar die Streichung von 100 der 1430 Arbeitsplätze an. Die Swisscom baute im letzten Jahr in der Schweiz rund 280 Stellen ab.

(fest/sda)


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