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Stadtweite WLAN-Netze im Trend

Sonntag, 19. März 2006 / 16:38 Uhr
aktualisiert: 20:57 Uhr

Stadtweiten WLAN-Netzen steht in den kommenden Jahren ein wahrer Boom bevor. Nordamerika und Asien stehen dabei an vorderster Front.

Die Mesh WLAN-Technologie könnte durch WiMAX Konkurrenz erhalten.

Waren im Jahr 2005 weltweit gerade einmal 3 885 Quadratkilometer Stadtland mit WLAN-Breitband ausgeleuchtet, sollen stadtweite WLAN-Funknetze im Jahr 2010 eine Fläche von etwa 325 000 Quadratkilometern - eine Fläche grösser als die Gesamtfläche Polens - mit drahtlosem Internet versorgen. Das prognostiziert das Marktforschungsunternehmen ABI Research in seiner aktuellen Studie «Wireless Mesh Networking».

Bewahrheiten sich die ABI Research-Prognosen, dürfen sich die Hersteller von vermaschten WLAN-Netzwerken (Mesh WLAN) freuen. ABI Resarch schätzt, dass zur Versorgung der Stadt-WLANs im Jahr 2010 etwa eine Million Mesh WLAN-Router verkauft werden, was den Herstellern einen Umsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar (997,67 Millionen Euro) bescheren soll.

Nordamerika und Asien vorne

Europa steht ABI Research zufolge beim Trend zu stadtweiten WLAN-Netzen allerdings nicht an vorderster Front. Nordamerika mit seinen so genannten «City Clouds» und der asiatisch-pazifische Raum sollen den Grossteil der weltweiten Stadt-WLANs für sich beanspruchen. Alternative für infrastrukturell noch nicht erschlossene Stadtgebiete

Die ABI Research-Marktfoscher diagnostizieren verschiedene Motoren, die den Wachstumsmarkt der stadtweiten WLANs vorantreiben: Stadtverwaltungen, die städtische Breitband-Netzwerke für Rettungs- und Sicherheitskräfte und für die effizientere Vernetzung von Behörden aufbauen; alternative ISPs, die mit WLAN-Mesh-Netzwerken in Konkurrenz zu etablierten Internet-Providern treten und WLAN-Mesh-Netzwerke als eine kostengünstige Alternative zum Aufbau von Breitband-Netzwerken in infrastrukturell noch nicht für Breitband erschlossenen Stadtgebieten.

Chance für Drittanbieter

Für die städischen WLANs in den USA sieht ABI Research eine Entspannung im Streit zwischen Stadtverwaltungen und grossen Internet-Anbietern durch die Tendenz, städtische WLANs von Drittanbietern betreiben zu lassen. Intensive Lobby-Arbeit der grossen Internet-Anbieter hat dort vielerorts zu lokalen Gesetzgebungen geführt, die den Spielraum von Stadtverwaltungen, als Internet-Provider für kostengünstige oder kostenfreie Internet-Versorgung aufzutreten, stark einschränkt.

Mesh WLAN ist zwar die momentan bevorzugte, aber nicht die einzige Netzwerk-Technologie für Aufbau drahtloser städtischer Breitband-Netzwerke. «Bisher basiert die Mehrzahl der städtischen WLAN-Implementationen auf Mesh-Technologie. Das könnte sich aber, abhängig davon wie der Markt WiMAX aufnimmt, ändern», gibt Sam Lucero, Leitender Analyst bei ABI Research, zu bedenken. (Christian Horn/teltarif.ch)


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