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Schweizer Kooperation auf der Jagd nach El Kaida

Donnerstag, 4. März 2004 / 16:27 Uhr

Bern - Vor allem Hinweise aus Bern haben zur Verhaftung des mutmasslichen Drahtziehers der Attentate vom 11. September 2001, geführt. Bei der Länder übergreifenden Polizei- und Geheimdienstoperation spielte die Schweiz eine führende Rolle.

Khalid Sheikh Mohammed wurde mit Hilfe der Schweizer Behörden gefasst.

Während der Operation Mont Blanc seien mehr als zwei Jahre lang Gespräche abgehört und Bewegungen von Führern des Terrornetzwerks El Kaida beobachtet worden, schreibt die New York Times.

Die El-Kaida-Mitglieder verwendeten laut Bundesanwaltschaft (BA) Swisscom-Prepaid-SIM-Karten - wahrscheinlich, weil keine Identifikationspflicht besteht. Eine vom Parlament beschlossene Gesetzesänderung tritt erst am 1. Juli dieses Jahres in Kraft.

Die Zusammenarbeit von Schweizer Behörden und Swisscom und die daraus gewonnenen Erkenntnisse hätten US-amerikanische und pakistanische Stellen in Karachi erst in die Lage versetzt, Khalid Sheikh Mohammed dort im März 2003 zu verhaften, heisst es in der New York Times weiter.

Noch sei die Operation Mont Blanc nicht abgeschlossen, relativierte BA-Sprecher Hansjürg Mark Wiedmer gegenüber der Nachrichtenagentur sda Angaben der US-Tageszeitung.

Eine führende Rolle der Schweiz bei der Operation unter Beteiligung von - gemäss New York Times - über einem Dutzend Ländern wollte Wiedmer nicht bestätigen.

Auch Guido Balmer, Sprecher von fedpol.ch (früher Bundesamt für Polizei), wollte die internationale Zusammenarbeit nicht kommentieren. Swisscom-Sprecher Sepp Huber wollte sich ebenfalls nicht äussern.

Laut New York Times kam der Anstoss zur Operation Mont Blanc aus Deutschland. Die dortigen Überwachungsbehörden hatten im April 2002 einen Anruf von einem Islamisten via Swisscom-Handy zu Khalid Sheikh Mohammed registriert. Gleichentags explodierte eine Synagoge im tunesischen Djerba. 21 Menschen wurden getötet.

(rr/sda)