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Nokia Lumia 820 im Test: Das nächste Windows Phone von Nokia

Dienstag, 11. Dezember 2012 / 10:08 Uhr

Kleiner, leichter, aber nicht so hochwertig wie das Nokia Lumia 920.

Nokia Lumia 820.

Seit Anfang November ist das Nokia Lumia 920 als erstes Smartphone des finnischen Herstellers mit Windows Phone 8 im Handel erhältlich. Wir hatten bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart Gelegenheit zu einem ausführlichen Test. Inzwischen ist auch das Nokia Lumia 820 als preiswertere Alternative zu bekommen.

Bei Online-Händlern ist das Nokia Lumia 820 derzeit zu Preisen ab knapp 600 Franken inklusive Versandkosten und ohne Vertrag zu bekommen. Wer sich für das Nokia Lumia 920 interessiert, muss mindestens knapp 700 Franken investieren. Wir wollten wissen, was der kleinere Bruder des Nokia Lumia 920 zu leisten vermag und haben das Nokia Lumia 820 daher einem Test unterzogen.

Kleiner und etwas leichter als das Nokia Lumia 920

Die Verpackung der beiden aktuellen Windows Phones von Nokia ist nahezu identisch und auch beim Auspacken gleichen sich die beiden Modelle auf den ersten Blick. Bei näherer Betrachtung fällt dann auf: Das Nokia Lumia 820 ist mit seinen 123,8 mal 68,5 mal 9,9 Millimeter etwas kleiner als das Nokia Lumia 920.

Nimmt man beide Smartphones in die Hand, so fällt auch sofort der Gewichtsunterschied auf. Das Nokia Lumia 920 wird in der Fachwelt allgemein gelobt, aber wegen seines mit 185 Gramm vergleichsweise hohen Gewichts auch kritisiert. Das Nokia Lumia 820 ist etwas leichter, zumal der Hersteller bei der Kamera im Gegensatz zum Nokia Lumia 920 auf einen optischen Bildstabilisator verzichtet hat.

Ein Leichtgewicht ist das neue Lumia-Handy dennoch nicht. Das Smartphone wiegt immer noch stolze 160 Gramm. Zum Vergleich: Das Apple iPhone 5 bringt lediglich 112 Gramm auf die Waage, das Samsung Galaxy S3 LTE wiegt 133 Gramm und das HTC One XL ist 146 Gramm schwer.

Wechselbares Back-Cover

Das Nokia Lumia 820 ist dank der kleineren Bauform handlicher als sein grosser Bruder. Es wirkt allerdings auch nicht so wertig wie das Nokia Lumia 920, zumal es über kein Unibody-Gehäuse verfügt und eine etwas billig wirkende Plastik-Rückseite besitzt. Immerhin lässt sich diese auch austauschen - beispielsweise um die Farbe zu wechseln oder ein nur als Zubehör erhältliches Cover zu erwerben, das auch kabelloses Aufladen des Akkus ermöglicht.

Akku wechseln und Speicherkarte einsetzen

Dank der abnehmbaren Rückwand lässt sich der Akku des Nokia Lumia 820 bei Bedarf wechseln. Das ist für Vielnutzer durchaus ein Vorteil. Im Akkufach befinden sich auch die Halterungen für SIM-Karte und microSD-Speicherkarte. Dadurch ist der Speicherkarten-Slot nicht im laufenden Betrieb zugänglich, was etwas schade ist.

Den beim Nokia Lumia 920 nicht vorhandenen Speicherkarten-Slot erkauft sich der Besitzer des Nokia Lumia 820 durch einen mit 8 GB extrem kleinen internen Speicherplatz (das Lumia 920 hat 32 GB Speicher an Bord). Davon werden rund 3 GB durch das Betriebssystem und vorinstallierte Apps beansprucht, so dass der Anwender in der Praxis nur noch knapp 5 GB freien Speicher zur Verfügung hat.

Display enttäuscht mit geringer Auflösung

Das Display entspricht dem Touchscreen des Nokia Lumia 900, das bereits im Frühjahr mit Windows Phone 7.5 auf den Markt kam. Die Diagonale beträgt 4,3 Zoll und die Auflösung liegt bei lediglich 800 mal 480 Pixel. Zum Vergleich: Der Touchscreen es Nokia Lumia 920 ist 4,5 Zoll gross und bietet eine Auflösung von 1280 mal 768 Pixel.

Die Darstellung der Farben auf dem Display des Nokia Lumia 820 sind satt und - wie auch bei anderen Smartphones mit AMOLED-Touchscreens - teilweise etwas überbetont. Dank der für die Grösse des Bildschirms recht geringen Auflösung sind Pixel deutlich sichtbar.

Keine PureView-Technik an Bord

Die Kamera beider Windows-Phone-8-Smartphones von Nokia bieten eine Auflösung von 8 Megapixel. Allerdings hat der Hersteller beim Lumia 820 auf den optischen Bildstabilisator und auf die PureView-Technik verzichtet. Dadurch sind die mit der Handy-Kamera aufgenommenen Fotos deutlich schlechter als die mit dem Lumia 920 «geschossenen» Bilder. Zusätzlich zur Hauptkamera auf der Geräte-Rückseite gibt es auch eine Frontkamera für Video-Chats.

Mobilfunk-Schnittstelle mit LTE-Unterstützung

Die Mobilfunk-Schnittstelle des Nokia Lumia 820 bietet - wie beim Lumia 920 - Unterstützung für alle relevanten LTE-Bänder. Dazu kommen GSM mit GPRS und EDGE sowie UMTS inklusive HSPA. Für den Internet-Zugang steht darüber hinaus eine WLAN-Schnittstelle zur Verfügung. Darüber hinaus ist es möglich, das Smartphone als WLAN-Hotspot einzusetzen.

Für Verbindungen mit anderen Geräten - wie zum Beispiel Headsets - gibt es eine Bluetooth-Schnittstelle. Weitere Features sind ein GPS-Empfänger, ein NFC-Port und eine microUSB-Buchse, über die das Smartphone mit einem PC oder Mac verbunden bzw. auch aufgeladen wird. Für kabelgebundene Kopfhörer gibt es eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse.

Telefonie mit gutem Empfang und bescheidenem Klang

Trotz aller Internet- und Multimedia-Features gehört die Telefonschnittstelle nach wie vor zu den wichtigsten Eigenschaften eines Smartphones. Diese bot im Test auch in weniger gut mit dem Mobilfunknetz versorgten Regionen einen guten Empfang. Die Sprachqualität konnte allerdings nicht überzeugen. Zwar wurde der Gesprächspartner in ausreichender Lautstärke, aber mit einer sehr dumpfen Modulation wiedergegeben. Dadurch litt die Verständlichkeit deutlich.

Einen besseren Eindruck hinterliess der Lautsprecher für Freisprech-Funktion und Medien-Wiedergabe. Dieser befindet sich nicht - wie bei vielen Konkurrenz-Modellen - auf der Rückseite, sondern auf der Unterseite des Nokia Lumia 820. Dadurch wird er nicht verdeckt, wenn das Handy auf den Tisch gelegt wird. Der Lautsprecher bietet eine gute Lautstärke. Er klingt nicht ganz so gut wie beim Nokia Lumia 920, aber immer noch besser als die Lautsprecher vieler Konkurrenzmodelle.

Schnelles Betriebssystem und nützliche Zusatz-Features

Das Nokia Lumia 820 basiert auf einem Dual-Core-Prozessor von Qualcomm. Es verfügt über 2 GB Arbeitsspeicher und reagiert dementsprechend schnell auf Eingaben. Die Bedienung ist absolut flüssig. Diesbezüglich gibt es keine Einschränkungen gegenüber dem Nokia Lumia 920.

Wie bei allen Windows Phones des finnischen Herstellers sind kostenlose Zusatzdienste wie Nokia Musik und Nokia Karten vorinstalliert. So ist Nokia Mix Radio im Streaming-Verfahren sofort nutzbar. Wer die ebenfalls kostenlose Navigations-Software von Nokia nutzen möchte, muss allerdings zuerst ein Update aus dem Windows Phone Store laden.

Fazit: Nokia Lumia 820 nur bedingt Alternative zum Lumia 920
 
Das Nokia Lumia 820 verfügt wie sein grosser Bruder über das aktuellste Smartphone-Betriebssystem von Microsoft. Ein schneller Prozessor und 2 GB Arbeitsspeicher sorgen für eine flüssige Bedienung und das Telefon ist etwas kleiner und leichter als das Nokia Lumia 920, so dass es besser in der Hand liegt.

Funktechnisch ist das Smartphone ebenfalls auf dem aktuellen Stand der Technik. So werden alle hierzulande üblichen LTE-Frequenzen unterstützt. Ein Vorteil ist nicht zuletzt der wechselbare Akku, den das Nokia Lumia 920 dank seines Unibody-Gehäuses nicht bieten kann.

Dafür ist das Display kleiner und nicht so hochauflösend wie beim Nokia Lumia 920. Bei der Kamera wurde auf die PureView-Technik verzichtet und der interne Speicherplatz ist mit in der Praxis nur 5 GB nutzbarer Kapazität recht knapp bemessen. Das Lumia 820 ist als preiswertere Alternative zum Lumia 920 konzipiert. Allerdings ist der Preisunterschied zum aktuellen Nokia-Flaggschiff etwas klein, um im Gegenzug die genannten Nachteile in Kauf zu nehmen. Für Interessenten, die ein besonders preiswertes Nokia-Smartphone mit Windows Phone 8 suchen, könnte es sich demnach lohnen, auf das in der vergangenen Woche vorgestellte Nokia Lumia 620 zu warten.
(Markus Weidner/teltarif.ch)


Bildergalerie

Nokia Lumia 820

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