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Handynutzer bezahlen 1,5 Mrd. Fr. zu viel

Mittwoch, 3. Januar 2007 / 12:22 Uhr

Zürich - Handytelefonierer werfen ihr Geld mit beiden Händen zum Fenster hinaus: Sie bezahlen nach Berechnungen des Internetvergleichsdienstes Comparis 1,5 Mrd. Fr. jährlich zu viel an Gebühren. Dennoch wollen nur die wenigsten den Anbieter wechseln.

Laut Comparis sei es beinahe unmöglich, das günstigste Angebot für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

Obwohl das Telefonieren mit dem Handy so günstig ist wie noch nie, bezahlen 9 von 10 Kunden für ihre Gespräche viel zu viel. Nicht einmal 10 Prozent treffen die richtige Wahl von Mobilfunkanbieter und Preisplänen.

Schweizweit werden 1,49 Mrd. Fr. zu viel an Mobilfunkgebühren bezahlt, wie aus einer Umfrage von Comparis bei 8324 Handynutzern hervorgeht.

Der Löwenanteil stamme dabei von der Swisscom, deren Kunden 960 Mio. Fr. zu teuer telefonieren. Ebenfalls zu viel kassiert Orange (300 Mio. Franken), während es bei Sunrise rund 230 Mio. Fr. sind.

Schuld an der Geldverschwendung sei zu einem guten Teil der Tarifdschungel, urteilt Comparis. Mittlerweile sei es beinahe unmöglich, das günstigste Angebot für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

Keine automatische Umstellung

Und ständig kämen neue Produkte dazu. Die meisten Kunden würden aber nicht automatisch von den Telekomgesellschaften auf die günstigeren Tarife umgestellt, sondern müssten selber den Wechsel einleiten. «Da erstaunt es nicht, dass die Kunden einfach mit dem alten Preisplan weitertelefonieren», sagt Comparis-Telekomexperte Ralf Beyeler.

Dabei könnten die Kunden bereits 820 Mio. Fr. sparen, wenn sie innerhalb ihres Anbieters auf das für sie günstigste Produkt umsteigen würden. Ein Wechsel innerhalb des Anbieters sei in der Regel sofort möglich.

Nachdem die Prepaid-Handygespräche jahrelang massiv teurer waren als die Abonnements, hat sich dies seit der Offensive von Migros und Coop im Herbst 2005 geändert. Jetzt wäre für die überwiegende Mehrheit der Kunden ein Prepaid-Produkt am günstigsten, stellt Comparis fest.

(bert/sda)


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