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E-Books: Gewinn oder Verlust für die Literatur?

Donnerstag, 16. Oktober 2008 / 20:24 Uhr
aktualisiert: 20:40 Uhr

Frankfurt - Wie erwartet ist das E-Book eines der Hauptgesprächsthemen derzeit auf der Frankfurter Buchmesse. Tenor: Das E-Book ist gut für Arbeit und Information - aber der Geniesser zieht Papier zwischen Pappe vor.

Umstritten: Das E-Book wird auf der Frankfurter Buchmesse heiss diskutiert.

Literaturkritikerin Elke Heidenreich brachte es auf den Punkt: «Ich liebe Bücher», sagte sie bei einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa, «ich brauche nicht noch mehr Elektronik.» Auf Reisen wären ihr E-Books indes wegen des leichten Transports möglicherweise dienlich. Sie glaube, dass sich das E-Book bei Menschen, die mit Büchern arbeiten, durchsetzen kann, nicht aber bei der Mehrheit der Leser.

Rundum begeistert zeigte sich hingegen Verleger Florian Langenscheidt, der sich schon vor Jahren ein ledergebundenes Softbook anschaffte. Er sei offen für elektronisches Publizieren: «Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, Papier zwischen Pappe zu verkaufen, sondern Wissen und Inhalte, und zwar auf den Medien, die die Menschen haben wollen.»

Vielleicht würden E-Books sogar Menschen zum Lesen bringen, die ein herkömmliches Buch eher nicht kaufen würden, meint Langenscheidt. Noch weiter ging Bestseller-Autor Paulo Coelho in einem Vortrag: Er habe die Erfahrung gemacht, dass (illegale) Raubkopien seiner Bücher im Internet den Absatz seiner legalen Ausgaben fördere.

Das E-Book könnte sich längerfristig durchsetzen, sofern es für den Konsumenten - beispielsweise 20% - billiger wäre. Dank der Einsparung von Material, Lagerung und Lieferung wäre es für den Verlag immer noch lukrativer als das gebundene, warnt der Literaturagent Andrew Wylie in einem Beitrag für die «Zeitung zur Buchmesse» der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ).

(fest/sda)


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