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DVD-D zerstört sich nach 48 Stunden

Donnerstag, 17. April 2008 / 18:40 Uhr
aktualisiert: 23:30 Uhr

München - In ausgewählten Einzelhandelsgeschäften in München werden seit einigen Wochen Filme auf sogenannten Einmal-DVDs verkauft. Der neue Datenträgertyp nennt sich DVD-Disposal (DVD-D) und zeichnet sich dadurch aus, dass die Filme nur innerhalb eines bestimmten Zeitraumes angesehen werden können.

48 Stunden, um eine Kopie anzufertigen?

Die DVD-D zerstört sich 48 Stunden nach dem ersten Einlegen von selbst und die Inhalte lassen sich dann nicht mehr wiedergeben. «Sobald der Datenträger das erste Mal abgespielt wird, setzt ein physikalischer Prozess ein, der das Steuerungsmenü nach zwei Tagen unbrauchbar macht», erläutert Christian Naumann, Geschäftsführer von DVD-D Germany Lt.

Der grosse Vorteil der patentierten Zerstörungstechnologie ist, dass die Filme nach dem Kauf zeitlich unbegrenzt lagerbar sind. Auch die Verpackung kann geöffnet werden, denn die Frist beginnt erst sobald die Rotation im Laufwerk eingesetzt hat.

«Innerhalb der 48 Stunden kann der Film beliebig oft angesehen werden, die DVD funktioniert zudem in jedem Wiedergabegerät und bietet alle Funktionen, die auch eine Standard-DVD aufweist», so Naumann.

Nach Ablauf der Nutzungszeit wird der Datenträger jedoch nicht mehr erkannt und der Player zeigt die Fehlermeldung «no disk» an. Verpackung wie auch DVD können anschliessend umweltgerecht entsorgt werden, die Materialien seien zu 100 Prozent recyclebar.

Flexibler Vertrieb

Die Zielgruppe für die Einweg-DVDs sieht Naumann von Jung bis Alt sehr breit aufgestellt: «Das Produkt regt zum Spontankauf an, da es günstig ist und ausserdem nicht sofort abgespielt werden muss.» Die DVD-D fischt auch im Kundenkreis von Video-Verleihern. Preislich kann die Vertriebsmethode mit Leih-DVDs durchaus mithalten. «Allerdings hat der Käufer den Vorteil, dass er zeitlich flexibel ist und die DVD nicht zurückbringen muss», sagt Naumann.

Für den Lizenzinhaber eines Filmes bietet das Wegwerf-Konzept ebenfalls Vorzüge, denn er partizipiert an jeder Nutzung seines Films. Zudem können höhere Stückzahlen abgesetzt werden. Damit biete die neue Technologie den perfekten Interessenausgleich für beide Seiten und schaffe Rentabilität für Käufer und Produzenten gleichermassen, ist Naumann überzeugt.

In Frankreich, Italien und Skandinavien sind die Wegwerf-DVDs bereits erfolgreich am Markt und von den Kunden akzeptiert, berichtet Naumann, dessen Unternehmen die Rechte am Vertrieb in der DACH-Region hält. Erweisen sich die Tests in München als erfolgreich, so soll das Vertriebsgebiet bald ausgeweitet werden. Derzeit sind sechs Titel auf DVD-D erhältlich und zum Preis von 3,99 Euro zu erwerben. Das Sortiment will Naumann künftig ebenfalls verbreitern, Verhandlungen mit Contentanbietern laufen bereits.

(bert/pte)