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Am Freitag ist iPhone-Verkaufsstart in der Schweiz

Donnerstag, 10. Juli 2008 / 18:33 Uhr

Bern - Über ein Jahr nach dem Start in den USA wird das iPhone am Freitag auch in der Schweiz lanciert. Mit cleverem Marketing löste Hersteller Apple einen riesigen Rummel um das multifunktionale Handy aus.

Über ein Jahr nach dem Start in den USA wird das iPhone nun auch in der Schweiz lanciert.

Apple beherrsche das Spiel meisterlich, sagt Karin Frick, Leiterin Trendforschung beim Gottlieb Duttweiler Institut (GDI). Bevor das neue iPhone auf den Markt kam, habe der US-Hersteller nur ganz wenig Informationen dazu durchsickern lassen.

Mit solchen gezielten Informationssperren entstünden Gerüchte - und damit ein künstlicher Rummel, sagt Frick. «Es baut Erwartungen auf.» Auch in der Schweiz wurde die Strategie offensichtlich, als Swisscom und Orange den Verkaufsstart für das iPhone zuerst nicht bekannt gaben.

Das Produkt wirke exklusiv und damit wertvoll, sagt die Trendforscherin. Dies sei paradox, denn eigentlich sei das iPhone ja ein Massenprodukt.

Hungrig auf den Apfel

Auch für Klaus Miller vom Institut für Marketing der Universität Bern ist klar: «Apple hat geschafft, dass die Leute hungrig werden.»

Frick sieht in dieser Strategie ein Trend, der immer häufiger angewendet werde, wie jüngst beim Verkaufsstart des neusten Harry-Potter-Buches, als in der Schweiz Tausende um Mitternacht das Werk über den Zauberlehrling erwarben.

Mit den Produkteigenschaften des iPhone hat die grosse Aufregung laut Frick nichts zu tun. «Der Hype ist nicht mit der Qualität des Handys begründet.»

Einfache Benutzerführung

Ein wenig anders sieht das Miller: Die Benutzerführung, die beim iPhone 3G viel einfacher sei als bei Konkurrenzprodukten, sowie das gelungene Design sind für ihn Gründe für die Euphorie um das neue Produkt.

Der dritte Faktor sei die starke Marke Apple. Sie stehe für Dynamik, Jugendlichkeit und Innovation. Junge Leute, aber auch Geschäftsleute könnten sich am ehesten für das neue iPhone begeistern, glaubt Miller.

Das erste iPhone, das in der Schweiz nicht vertrieben wurde, habe noch die technologischen Vorreiter angesprochen. Mit dem Nachfolgemodell würden nun auch die Durchschnittskonsumenten erreicht, nicht zuletzt wegen des tieferen Preises.

Über diese grosse Zielgruppe sollte sich Apple aber nicht zu früh freuen: Wenn jeder das Gerät habe, wendeten sich Trendsetter wieder davon ab, sagt Frick.

Die Marke im Spiel halten

Die Unternehmen seien deshalb gezwungen, schnell wieder einen solchen Hype zu kreieren, damit das Produkt attraktiv bleibe. Dabei habe Apple gute Karten in der Hand, findet Miller: «Apple schafft es, die Marke im Spiel zu halten.»

Dies habe der Hersteller in den letzten Jahren bewiesen, als er mit den Musikspielern iPod, iPod Nano, dem iPhone und nun dem iPhone 3G Innovationen in Serie auf den Markt brachte. «In zwei bis drei Jahren gibt es wahrscheinlich schon wieder ein neues iPhone.»

(Von Marc Bürgi/sda)


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